Kindheitserinnerungen
Viel habe ich ja nicht mitbekommen von der Unterdrückung der Bevölkerung in der ehemaligen SBZ. Eine Sache jedoch ist mir dauerhaft in Erinnerung geblieben: Die eindringliche Mahnung meiner Eltern, während meines Aufenthaltes in der Schule darauf zu achten, dass ich ja “nichts falsches” sage. Seit frühester Jugend wurde mir diese Vorsichtsmaßnahme eingetrichtert.
Ich war natürlich heilfroh, dass das marode System schließlich zusammenbrach und mit ihm die faulenden Zombies des MfS im Massengrab für ungeliebte Diktaturen verschwanden. Die naive Annahme, dass sie dort auf ewig vermodern würden, hat sich mit den Angriffen der Herren Schily und Schäuble auf die Verfassung der Bundesrepublik jedoch in Wohlgefallen aufgelöst.
Wer sich die Mühe macht, den Entwurf des sogenannten “BKA-Gesetzes” (als PDF herunterzuladen im entsprechenden Artikel auf netzpolitik.org) genauer durchzulesen, wird den Verdacht nicht los, dass unser derzeitiger Innenminister wohl heimlich ein Praktikum bei Herrn Mielke absolviert hat. Was dort unter dem Deckmäntelchen der Terrorismusbekämpfung in Stein gemeißelt werden soll, ähnelt den Praktiken der ostdeutschen Gedankenpolizei in beängstigendem Maße.
Und komm mir jetzt niemand mit “Panikmache”. Ich wurde in einem Überwachungsstaat geboren. Das prägt, und ich rieche solcherlei Bagage mehrere hundert Meilen gegen den Wind.



