Geschichtsrevisionismus á la FDP
Wenn in den USA die neoliberale Elite mit vor Geifer tropfendem Maul lauthals “Sozialismus” brüllt, sobald dem ungezügelten Kapitalismus durchaus sinnvolle Kontrollinstanzen vorgeschaltet werden sollen, mag man dies noch mit mangelnden Geschichtkenntnissen und einem Restbestand an McCarthyismus in den verstaubten Hirnkästen begründen.
Die widerwärtigen Haßtiraden unseres derzeitigen Bundesaußenkaspers allerdings zeugen nicht nur von einem gefährlichen Menschenbild, sie sind außerdem eine Beleidigung der Opfer des bis vor 20 Jahren “real existierenden Sozialismus” im Osten unseres Landes.
Wenn ein Guido Westerwelle im Zusammenhang mit der Hartz-IV-Debatte von “Geistigem Sozialismus” schwadroniert, verharmlost er gleichzeitig die Verbrechen, die in der ehemaligen DDR im Namen ebendieser Ideologie begangen wurden. Wie sich die Opfer von jahrelangen Bespitzelungen, Verhaftungen und Repressionen angesichts solch engstirniger Arroganz fühlen, mag man sich kaum vorstellen.
Daher ein Vorschlag an den neoliberalen Brandstifter, der seine Vorstellungen von “Sozialismus” allenfalls aus FDP-nahen Bilderbüchlein bezogen zu haben scheint: er möge doch probehalber nach China auswandern und sich nach erfolgter Einbürgerung mit der dortigen Politprominenz anlegen. Die chinesischen Behörden würden ihm sicher mit Freuden praktischen Unterricht in Sachen gelebten Sozialismus angedeihen lassen.



